Der Aufbau der TGT(R)-Methode Bodenschule und Reiten im Überblick

Die Methode ist thematisch in vier Bereiche unterteilt: • TGT(R) Bodenschule • TGT(R) Reiten Basis

A. Die TGT(R)-Bodenschule

Die TGT(R)-Bodenschule ist für Mensch und Pferd gleichermaßen ein systematisch strukturiertes Übungs- und Lernprogramm, bei dem beide miteinander und voneinander lernen. Schwerpunkte sind:

beim Pferd a) das Verständnis für die Kontakt-Druck-Nachgiebigkeit -Signalkette auf kurze Distanz im „direkten Körperkontakt? vermitteln und somit eine eindeutige Verständigungsgrundlage zu schaffen; b) den Gehorsam in dynamischer Vorwärtsbewegung zu festigen; c) mehr Leichtigkeit, Körperkontrolle und Sicherheit im Umgang zu fördern.

beim Menschen a) das Verständnis für die Bedeutung einer angemessenen, taktmäßigen und feinen Signalgebung zu entwickeln; b) diese im Rahmen eines verfeinerten Signalsystems in die Ausbildungsarbeit zu integrieren; c) die eigene Körperkoordination zu verbessern, die Reaktionsfähigkeit zu schulen und die Entschlusskraft und Entscheidungsfähigkeit zu fördern; d) die Leitfunktion in der Sozialpartnerschaft Mensch/Pferd nach und nach ohne Konfrontation zu festigen.

1. Führtraining

Das Führtraining dient als Einstieg in die systematische Bodenarbeit.  Hier kommt es in ruhigen und gewohnten Bewegungsabläufen in den einzelnen Übungen auf die Synchronisierung der Bewegungen, eine fein abgestimmte, taktmäßige Signalgebung und gutes Timing an. Die Pferde lernen, auf feine Signale zu reagieren und auf geraden Linien, in Wendungen, im Halt und Rückwärts und in Schritt-Trab-Gangartwechseln koordiniert, ausbalanciert und kontrolliert mitzuarbeiten. Der Mensch lernt, das Pferd nicht zu behindern, sein Signalement zu ordnen und sich für das Pferd verständlich zu verhalten. Das Gefühl im direkten Kontakt wird entwickelt. Respekt und Gehorsam werden in ersten Schritten erarbeitet.

2. Schulung am langen Leitseil

Die Arbeit am Leitseil dient dazu, das „indirekte Gefühl?, also das kontrollierte Zusammenwirken auf Distanz hin zu erlernen. Der Mensch bestimmt nach und nach immer deutlicher die „Leitfunktion? und räumliche Kontrolle in der Arbeit. Dabei entwickeln sich in den Übungen Feinmotorik, Haltung und Ausstrahlung, räumliches Gefühl und Entschlusskraft.

Das Pferd lernt, die Signalgebung im feinmotorischen Bereich zu verstehen und umzusetzen und die Fremdbestimmung durch den Ausbilder in Tempo, Richtung und Haltung immer williger zu akzeptieren. Die Übungen haben einen lösenden Effekt, verbessern Koordination und Balance und Reaktionsfähigkeit. Die Leitseilarbeit bereitet das Pferd für effektives Longieren oder Arbeit in der Doppellonge vor.

3. Handarbeit mit Touchiergerte

Mithilfe der Arbeit an der Hand bereiten sich Mensch und Pferd für eine feine Hilfengebung unter dem Reiter vor. Das Pferd erlernt auf geraden und gebogenen Linien auf einem und zwei Hufschlägen haltungs- und bewegungsverbessernde Lektionen. Körperkoordination, Geschmeidigkeit und Balance werden deutlich verbessert. Die Übungen dienen als Vorbereitung für die körperlich gymnastizierende Dressurarbeit unter dem Reiter.

4. Modifikation des Fluchtverhaltens (Desensibilisieren)

In sorgfältig gestalteten Erfahrungs- und Lern-Situationen erlernen Mensch und Pferd systematisch die kontrollierte Bewältigung von Schreck- oder Stress-Situationen in abgestufter Abfolge und Beachtung der Sicherheit.

B. Reiten I (Basis) Verständigung

Körperkontrolle bei Reiter und Pferd Ziel dieses Themenkreises TGT(R) Reiten ist es, vorrangig eine solide Grundlage der Verständigung zwischen Reiter und Pferd zu schaffen. Dazu werden zunächst mögliche Fehlhaltungen beim Reiter, Blockaden und Bewusstseinsstörungen bei Mensch und Pferd aufgezeigt.

Der Reiter erhält Anleitung, seine eigenen Fehler zu erkennen und nach und nach abzubauen. Diese Phase könnte auch als Korrekturphase gesehen werden. Weiterer Schwerpunkt ist dann eine Verbesserung von Sitz, Haltung und Hilfengebung beim Reiter und Nachgiebigkeit und Hilfengehorsam beim Pferd.